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Jobangebote als Fraud: Warum bei zu verlockenden Jobs sofort die Alarmglocken schrillen sollten

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Seit es das Internet gibt, hat sich das Jobangebot verlagert. Wo es ehemals Jobs in den Zeitungen gab und diese für selbige eine entsprechend große Rolle spielten, ähnlich wie übrigens auch Immobilienanzeigen, gibt es beides heute frei zugänglich im Netz. Doch ebenso wichtig, wie Jobs für die Zeitungen waren, sind sie nun für SEO-Optimierungen oder Job-Plattformen, was unweigerlich zu Fake-Angeboten führt. Jobs also, die es nie gab, die aber entsprechend verlockend erscheinen und zum Klick bis hin zur Bewerbung verleiten.

Gleichzeitig haben auch Hacker, Phisher und alle anderen Arten von Cyberkriminellen erkannt, wie wertvoll Jobangebote doch sein können. Durch ebendiese gelangen sie an Daten, persönliche Angaben und eventuell auch schlichtweg Kontakte, denen sie etwas andrehen können. Und das ganz ohne Anstrengung, da Bewerber all das freiwillig herausrücken. Jobangebote sind heutzutage Grundlage vieler Fraud-Methoden und dies sollte nicht unterschätzt werden.

Weil auch wir vermehrt von solchen Dingen hören, möchten wir Sie heute einmal darauf aufmerksam machen. Daher gehen wir hier die typischen Fraud-Methoden durch, die bei Jobangeboten in Erscheinung treten. Bestimmt haben Sie von vielen der Methoden bislang noch nicht gehört. Schauen wir uns also genauer an, welche Maschen Betrüger derzeit anwenden, um Sie mit Jobs zu ködern, um dann wiederum an Ihre Daten zu gelangen.

Wo die häufigsten Fake-Jobs zu finden sind

Fake-Jobs gibt es mittlerweile schlichtweg überall. Am harmlosesten sind sicherlich die Stellenanzeigen und Jobangebote, die lediglich für SEO-Zwecke herhalten müssen. Diese werden ausschließlich dafür angelegt, um Rankings zu erzielen und Sichtbarkeit zu erzeugen. Die Jobs selbst gibt es daher meist gar nicht, weshalb es für gewöhnlich auch keine Rückmeldung auf eine Anfrage diesbezüglich gibt. Eine echte Gefahr sind diese Fake-Jobs also nicht, sie sind nur ganz einfach erfunden.

Potenziell als heikel zu betrachten, sind Job-Angebote, die per E-Mail kommen. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um Phishing. Es wird eine Zusammenarbeit vorgegaukelt oder ein Job versprochen, doch eigentlich geht es nur darum, dass die jeweiligen Personen an Ihre persönlichen Daten gelangen möchten. Diese Fake-Jobs gibt es überall und der gesamte Einstellungsprozess dient dabei lediglich dazu, dass Sie möglichst viel von sich preisgeben.

Auf Job-Plattformen wird zwar viel herausgefiltert, doch auch hier finden sich eine Menge Fake-Jobs. Diese lassen sich, ohne konkreten Anhaltspunkt oder Beschwerde, auch nicht ohne Weiteres entlarven. Erst wenn mehrere auf diese Stellenanzeigen hereingefallen sind und diese gemeldet haben, gehen solche Anzeigen offline und stellen keine Gefahr mehr dar. Bis dahin vergeht aber eine ganze Menge Zeit.

5 Arten von betrügerischen Stellenanzeigen

Es gibt genau genommen mehrere Fraud-Methoden bei Fake-Jobs, doch viele davon ähneln sich und haben dasselbe Ziel. Entweder geht es darum, dass Sie möglichst viele Daten angeben sollen oder aber darum, dass Sie in Vorleistung treten, also aktiv Geld bezahlen, um bessere Chancen bei dem Job zu erhalten beziehungsweise wichtige Fortbildungen zu leisten.

Beide Methoden sind in der Regel nahezu immer durchschaubar. Allerdings werden Warnsignale häufig ignoriert, je verzweifelter die Stelle gebraucht wird oder je verlockender der Job erscheint. Für den echten Traumjob inklusive hohem Gehalt gehen viele schließlich etwas weiter, als sie es für gewöhnlich tun würden. Und selbst wenn etwas dabei vermeintlich komisch erscheint, wird dies eben gerne ignoriert, in der Hoffnung, dass der Job vielleicht doch irgendwie echt und zu bekommen ist.

Die Personalagentur Masche

Relativ geläufig ist die Masche mit der Personalagentur. Statt den Job direkt zu bekommen oder einen Kontakt zu erhalten, nachdem Sie sich auf die Stellenanzeige hin gemeldet haben, gibt es eine Mail von der vermeintlichen Personalagentur. Die erklärt Ihnen dann meist, dass es den Job, auf den Sie sich beworben haben, leider nicht mehr gibt, sie aber ständig solche Sachen hereinbekommen. Wenn Sie also Ihre Daten hinterlegen, bekommen Sie bei passenden Jobangeboten sofort einen Hinweis und können sich als erster bewerben. Wer darauf eingeht, erlebt dann vornehmlich eine Überraschung. Kurze Zeit später gibt es nämlich den vermeintlichen Traumjob, doch für die Bereitstellung der Adresse oder die Vermittlung des Kontaktes werden dann Gebühren fällig. Entweder müssen Sie diese vorab zahlen oder erhalten einfach eine Rechnung per Post, die es zu begleichen gilt.

Die bezahlte Weiterbildung Masche

Auch das ist eine gängige Masche bei Fake-Jobs. Hier wird Ihnen zunächst einmal der gewünschte Job versprochen. Statt Absagen erhalten Sie jedoch viele Zusagen, Versprechungen und werden regelrecht heiß auf die neue Stelle gemacht. Was dann folgt, ist jedoch ernüchternd. Kurz bevor Sie den Job bekommen sollen, fällt Ihrem Kontakt auf, dass Ihnen noch eine Weiterbildung fehlt oder Sie sich mit einem speziellen Tool auseinandersetzen sollten. Als Bedingung heißt es dann oft, dass ein schneller Online-Kurs ausreicht, dieser aber schnellstmöglich absolviert werden muss. Die Kosten dafür übernimmt der neue Arbeitgeber und die Erstattung erfolgt dann mit der ersten Gehaltsabrechnung. So jedenfalls das Versprechen. Eine Zahlung vorab ist aus steuerrechtlichen Gründen nicht möglich, da Sie noch nicht angestellt sind. Natürlich geht es hier nur darum, dass Sie den Betrügern Geld über den entsprechenden Kurs generieren. Ist der erst einmal bezahlt, hören Sie nie wieder etwas von dem Job oder Ihrem vermeintlichen Arbeitgeber.

Die Home Office Equipment Masche

Aktuell sehr beliebt, primär durch die Coronapandemie und den damit verbundenen Problemen, ist die Home Office Masche. Hier wird Ihnen ein Job im Home Office versprochen. Aktuell wird oft sogar auf Corona hingewiesen. Die Pandemie hätte schließlich gezeigt, wie gut das Home Office funktioniert und daher sucht das entsprechende Unternehmen nur noch nach Leuten, die von Anfang an Lust haben, im Home Office zu arbeiten. Der Einstellungsprozess geht dann ein wenig hin und her, um glaubhaft zu wirken. Genau wie bei der Masche mit den Weiterbildungen, heißt es dann, kurz bevor der Job beginnen soll, dass Sie noch ein wenig Equipment benötigen. Einen speziellen Drucker oder eine App, mit der intern gearbeitet wird. Einiges ist kostenlos, das meiste aber kostenpflichtig. Größtenteils geht es auch hier nur darum, dass am Verkauf der Produkte verdient wird. Seltener ist es ausgefeiltes Phishing, welches mittels spezieller App Zugriff auf Ihre Daten erlangen möchte.

Die Datensammel Masche

Hierbei handelt es sich um eine Art Klassiker der Fake-Jobs. Nämlich die Art von Stellenanzeige, die nur dafür erstellt wird, um an möglichst viele Daten zu gelangen. Bewerber bekommen meist sehr schnell einen entsprechenden Personalbogen zugesandt, der erst einmal ausgefüllt werden muss. Schon hier ist oft die Angabe vieler persönlicher Daten notwendig. Wer darauf eingeht, kommt dann in weitere Gespräche und am Ende, wenn der Job quasi zur Verfügung steht, ist nur noch ein Formular mit Bankdaten etc. auszufüllen, denn irgendwo muss schließlich das Gehalt hin überwiesen werden. Dass es sich dabei um reinen Betrug handelt, sollte jedem von Anfang an klar sein.

Die Strohmann Masche

Was ein Strohmann ist, sollte ebenfalls jeder wissen. Dennoch kurz die Erklärung: Dabei handelt es sich um einen Mittelsmann, der Geschäfte für jemanden tätigt, der nicht auftauchen möchte. Beispielsweise könnte ein Verbrecher mit einem Strohmann Immobilien kaufen, um diese rechtlich gesehen nicht selbst zu besitzen und nirgendwo im Grundbuch aufzutauchen. Bei den Fake-Jobs läuft es so, dass der Job meist daraus besteht, bestimmte Pakete zu erhalten, umzupacken und weiterzuversenden. Oder etwas Ähnliches. Manchmal sind Sie auch als angeblicher Qualitätsprüfer im Einsatz. Fast immer geht es hierbei um schlichten Kreditkartenbetrug. Sie erhalten illegal gekaufte Ware und verschicken diese weiter, was Sie zwangsläufig zum Strohmann macht. Der Betrüger erhält die Ware oder das Geld über Umwege und sollte die Polizei ermitteln, wird Sie bei Ihnen landen, nicht bei ihm. Mit einem Job hat all das wenig zu tun.

Wie Sie Fake-Jobs erkennen können

Mit am gefährlichsten ist sicherlich die Masche von einigen Cyberkriminellen, die in letzter Zeit gehäufter auftaucht und einen Remote-Job verspricht, der über eine eigene App läuft. Die App erfordert entsprechende Rechte und letztlich handelt es sich um Malware. Wann immer Sie vorab etwas installieren sollen oder Daten preisgeben müssen, die für gewöhnlich rein privater Natur sind, sollten daher alle Warnsignale bei Ihnen anschlagen.

Auch das Datum von Anzeigen spielt bei Fake-Jobs eine Rolle. Meist sind es Stellenanzeigen, die schon ewig inseriert sind und gar nicht mehr aktualisiert werden. Doch wenn ein Job monatelang nicht vermittelt wird, hat die Sache für gewöhnlich auch einen Haken. Schließlich gibt es genug Arbeitssuchende und so muss es an etwas anderem liegen, dass dieser Job nach wie vor vorhandene zu sein scheint. Betrug ist hier naheliegender als eine zu genaue Selektion des Arbeitgebers.

Sie sollten zudem immer das dahinterstehende Unternehmen recherchieren. Nur weil ein Großunternehmen angegeben ist, heißt das noch lange nicht, dass dies wirklich mit dem Angebot in Verbindung steht. Nicht jedes Portal prüft so etwas korrekt und oft wissen die entsprechenden Unternehmen gar nicht, dass in ihrem Namen betrogen wird. Wer recherchiert, sollte bei seriösen Unternehmen jedoch schnell den Verantwortlichen auf der Website finden und kann den Kontakt dann mit dem der Stellenanzeige abgleichen. Außerdem werden die entsprechenden Firmen meist lieber telefonisch Kontakt aufnehmen oder einen Videocall starten, als mit Ihnen über E-Mail zu kommunizieren. Dafür ist im Recruiting und Human Resource nämlich wenig Zeit.

Wer auf all das achtet, ist ein wenig sicherer unterwegs. Am Ende gilt auch wie immer der einfache Grundsatz: Was zu schön ist, um wahr zu sein, ist meist auch nicht wahr. Leider.

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Chris Wojzechowski

Mein Name ist Chris Wojzechowski und ich habe vor wenigen Jahren meinen Master in Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen studiert. Ich bin geschäftsführender Gesellschafter der AWARE7 GmbH und ausgebildeter IT-Risk Manager, IT-Grundschutz Praktiker (TÜV) und besitze die Prüfverfahrenskompetenz für § 8a BSIG. Unser Brot und Buttergeschäft ist die Durchführung von Penetrationstests. Wir setzen uns darüber hinaus für ein breites Verständnis für IT-Sicherheit in Europa ein und bieten aus diesem Grund den Großteil unserer Produkte kostenfrei an.